im Kirchenkreis Zerbst

Verkauf Grundstück Zerbst, Jeversche Str. 42

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Berichte der Volksstimme zum „Kreml“-Verkauf

(Veröffentlichungen am 06.06. und am 16.06.18)

In den Berichten über den „Kreml“-Verkauf erweckt die Zerbster Volksstimme den Eindruck, die Diakonie habe ein Kaufangebot abgegeben, das sich gegen die Zerbster Tafel richtet.
Die Diakonie hat Interesse an dem Grundstück geäußert, weil der Landkreis als Eigentümer den Verkauf im Amtsblatt (am 19. 01.18) öffentlich ausgeschrieben hat und wir ein Projekt umsetzen wollen, dass sich dort gut verwirklichen ließe. Bei einem Vororttermin im Februar teilte die dort anwesende Landkreisvertreterin mit, es gäbe etliche Kaufinteressenten. In den Berichten der Volksstimme ist von zwei Bewerbern die Rede. Zum Zeitpunkt unserer Bewerbungsabgabe waren es offenbar einige mehr.

Dass die Tafel den Verkauf selbst angeschoben hat, wie die Volksstimme am 06.06.18 berichtet, war mir bis dahin nicht bekannt. Die Information, dass das mit der Absicht erfolgt sei, nur einen bestimmten Kaufinteressenten zum Zuge kommen zu lassen, fand ich dann aber doch erstaunlich. Für Vergaben der „öffentlichen Hand“ sind öffentliche Ausschreibungen zwingend, eben damit nicht nur ein vorher Bestimmter zum Zuge kommt. Das ist der Sinn der Sache. Dieses Prinzip gewahrt zu wissen, liegt im allgemeinen Interesse, um Kungelei zu verhindern. Schade, dass die Volksstimme darauf keinen Gedanken verschwendet.

2002 hatte die Diakonie begonnen die Tafelarbeit in Zerbst einzurichten und 13 Jahre lang getragen, auch unter Einsatz erheblicher Eigenmittel. Als 2015 in der Tafel der Entschluss gereift war, einen eigenen Trägerverein zu gründen haben wir diese Bemühung unterstützt. Kostenfrei hat die Diakonie sämtliche Ausstattungen und Sachgüter auf den „Zerbster Tafel e. V.“ übertragen. In der Folgezeit lud die Tafel mich mehrfach zu ihren Festen und Höhepunkten ein und dankte der Diakonie für die jahrelange Trägerschaft.

Sich weiterhin mit der Tafel verständigen zu wollen falls wir als Erwerber des Grundstücks in Betracht kommen sollten, habe ich Frau Brandtscheit bei der Begegnung zugesagt, die im Artikel vom 06.06.18 erwähnt wird. Dass die sich so zugetragen hat wie die Volksstimme berichtet kann ich allerdings nicht bestätigen.

Ein anonymer Gönner, der die Tafel unterstützt und dabei nicht genannt werden will, ist die eine Seite. Die Volksstimme stellt aber einen Zusammenhang her zwischen dieser Gönnerschaft und der Absicht, beim „Kreml“-Kauf zum Zuge zu kommen. Und das ist eine andere Sache. Mich wundert, dass die Redaktion nicht selber darüber stolpert. Den Kaufinteressenten, der sich hinter der Maske der Anonymität verbirgt, preist sie als „Best-Bewerber“. Denjenigen der Gesicht zeigt, verdächtigt sie als Tafel-„Gefährder“. Ist es Absicht der Berichterstattung den Verkauf zu Gunsten des Interessenten zu beeinflussen, der hier als „anonymer Gönner“ in Erscheinung tritt?
Wenn ein Kaufinteressent angeboten hat, das Grundstück zu erwerben, um es weiter der Tafel zur Verfügung zu stellen, warum versteckt der sich hinter der Maske der Anonymität? Welchen Sinn macht das? Der kann sich doch zu seinen guten Absichten bekennen. Und wenn das so ist, dann wird der auch den Zuschlag erhalten und die Diakonie eben nicht. Das ist dann auch in Ordnung! Die Kreistagsmitglieder sind doch frei, sich für das bessere Konzept zu entscheiden.

Warum erzählt die Zerbster Volksstimme die Geschichte dann aber als eine gegen die Tafel gerichtete Aktion?
Doch nicht etwa weil wir uns das Recht herausgenommen haben, an einer öffentlichen Aus-schreibung teilzunehmen?

Dietrich Landmann
Leiter des DW im K.kr. Zerbst e. V.

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